Mein Kind war verrückt nach der Serie Peppa Wutz auf Netflix, also musste ich – als getrennt lebender Papa – natürlich auch bei mir ein Abo einrichten. Seit etwa drei Monaten gibt es schon einen neuen Favoriten, und da ich selbst überhaupt nicht schaue, kam nur durch Zufall heraus: Ich zahle seit Monaten für einen Dienst, den keiner von uns nutzt.
Heutzutage haben wir fast alle verschiedene Online-Abos: Cloud-Speicher, Streaming-Dienste, diverse Apps, mobile Spiele und so weiter. Meistens ist uns gar nicht bewusst, wohin genau und wie viel wir zahlen, da einzelne Beträge von ein paar Euro für sich genommen nicht viel erscheinen. Wenn man jedoch zusammenrechnet, wie viel man monatlich für Dienste ausgibt, die man selten oder gar nicht nutzt, kann das am Ende eine beachtliche Summe ergeben.
Um genau zu prüfen, was du wo bezahlst, lohnt es sich, deine Kontoauszüge oder Kreditkartenabrechnungen der letzten 2–3 Monate durchzugehen. Schau sie dir gründlich an und suche nach monatlich wiederkehrenden Gebühren, Jahresabos und Diensten, die nach einer Testphase automatisch kostenpflichtig wurden.
Was könnten das für Dienste sein?
Die wichtigste Regel: Du brauchst nicht alles gleichzeitig! Es lohnt sich, immer nur das zu abonnieren, wo gerade die gewünschte Serie oder der Film läuft. Wenn du jedoch bei einem Anbieter dauerhaft bleiben möchtest (etwa Disney+ wegen der Kinder), wähle das Jahresabo, so bekommst du meistens 1–2 Monate geschenkt.
Falls mehrere Personen in der Familie separate Konten haben, lohnt sich der Wechsel auf ein Familienpaket, womit man oft 40–50 % sparen kann.
In Österreich ist zum Beispiel Amazon eine hervorragende Option. Wenn du ohnehin viel dort bestellst, genießt du mit Amazon Prime nicht nur kostenlosen Versand, sondern erhältst automatisch auch Prime Video mit tollen Filmen und Serien (wie Fallout, Reacher oder The Boys).
- Cloud-Speicher
Wenn du ein iPhone oder andere Apple-Produkte nutzt, hast du fast sicher eine Apple-ID. Dazu gehört kostenloser Speicherplatz, auf dem deine Fotos und Dokumente automatisch gesichert werden. Die meisten von uns kennen die Warnung, dass der Speicher voll ist, man aber für ein paar Euro im Monat mehr Platz kaufen kann.
Wenn du jedoch daneben noch andere Clouddienste nutzt (wie Microsoft OneDrive oder Google Drive), zahlst du Apple höchstwahrscheinlich umsonst Geld, da deine Daten ohnehin in deinem „Haupt-Cloudspeicher“ landen. Beginne mit einem gründlichen Aufräumen: Lösche Duplikate und unnötige Dateien. Entscheide dich für das Ökosystem, das für dich am bequemsten ist (Windows: OneDrive, Apple: iCloud, Android: Google Drive), behalte nur dieses eine kostenpflichtige Abo und ziehe alle wichtigen Daten dorthin um.
- Mobile Apps und PC/Mac-Anwendungen
Musstest du mal schnell ein Bild in Canva bearbeiten? Einen neuen Lebenslauf auf Resume.io erstellen? Schien es eine gute Idee, deinen Lieblings-YouTuber auf Patreon zu unterstützen? Nutzt du das kostenpflichtige Bumble wirklich aus? Brauchst du tatsächlich Spotify Premium?
Es gibt unzählige Apps, die eine Registrierung erfordern und bei denen nach einer kostenlosen Testphase automatisch die Bezahlversion aktiviert wird. Überprüfe deine Ausgaben und kündige unnötig gewordene Abos. Stell dich darauf ein, dass es manchmal knifflig ist, den Kündigungsbutton zu finden, aber es lohnt sich.
- Spiele
Wer aktiv spielt, ist sicher schon über „Geldschlucker“ wie PlayStation Plus, GamePass, Lootboxen, Skins oder Premium-Mobile-Games gestolpert. Einzeln sind das oft nur kleine Beträge, aber sie summieren sich schnell zu einer spürbaren Summe.
- Für PC-Spieler: Installiere Steam und den Epic Games Store. Dort gibt es nicht nur fast täglich kostenlose Spiele, sondern auch 2–3 Mal im Jahr große Sales (Summer/Winter Sale), bei denen selbst die neuesten Titel stark reduziert sind.
- Für Konsolenspieler: Registriere statt der Kreditkarte lieber Geschenkkarten (Guthabenkarten). So kann das System die Gebühr für den nächsten Monat nicht automatisch abbuchen, und du behältst die volle Kontrolle.
Es geht nicht darum, alles zu kündigen, sondern zu filtern: Wofür möchtest du unbedingt bezahlen und wo reicht die kostenlose Version oder was brauchst du gar nicht mehr? Ein wenig Achtsamkeit kann dir monatlich bis zu 50 € Ersparnis bringen.
Wenn du unsicher bist oder eine Bestätigung brauchst, sag einfach Bescheid, ich helfe dir gerne, den unnötigen Ballast loszuwerden!